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GeGe Paris 1949-1987: Erinnerungen an eine glücklich-bewegte Zeit

Zur Atelierausstellung des Ottenbacher Künstlers Georg Gessler

Anzeiger Bezirk Affoltern am 1987-10-30
AutorIn: unbekannt / Bilder: zvg

Vom 30. Oktober bis zum 8. November 1987 stellt der Ottenbacher Künstler Georg Gessler in seinem Atelier in Ottenbach Zeichnungen, Radierungen, Aquarelle und Ölbilder zum Thema Paris aus. Hinter dieser sehr persönlichen Ausstellung steht ein ganz bestimmtes Konzept, das der Maler, ein gewandter Interpret seiner eigenen Werke, umgeben und unterstützt von der grossen Anzahl der in den verschiedenen Räumen des einstigen Kosthauses der Weberei Haas vorgestellten Bildern, einleuchtend erklärt.

Zwei grosse Ausstellungen — die eine in Trier, die andere im Baselland —, die sich beide mit Umweltproblemen und religiösen Gedanken befasst haben, brachten GeGessler auf die Idee, in den eigenen Räumen einem gleichsam näheren Kreis von Interessierten seinen Werke am Ort ihres Entstehens zu zeigen. Doch nicht die grossen Bilder, die Überlegungen des Malers zur heutigen Lebenssituation in durchdachten bildnerischen Formen wiedergeben, sind ausgewählt Worden, sondern kleinere, spontane Entwürfe die alle ums Thema Paris kreisen.

Warum gerade Paris? Das Paris der fünfziger Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg — das Paris heute, das der Maler, bewegt von den Erinnerungen an die Erlebnisse im einstigen Paris, im Atelier an der Muristrasse gleichsam nachzuzeichnen versucht. In dieser Spannweite bewegen sich die Werke, etwas, was dem Betrachter nur durch genaues Hinschauen und dem Vergleich der Jahreszahlen deutlich wird. Auf der einen Seite mögen ihn die raschen Skizzen der Villette und anderer, heute verschwundener Pariser Quartiere erfreuen — auf der anderen Seite wird er mit veränderten Situationen konfrontiert. Da wachsen violette Wohntürme der Notre Dame über den Kopf, da droht ein Atommeiler; mit allerlei Unkraut überwachsenes Niemandsland ist durch klare Wohn- oder Kultur«konstruktion» ersetzt. Es gibt Bilder, die diese Abbruchs- und Umstruktierungsbewegung «auf der Tat ertappen», wie etwa das Ölbild, das hinter Schranken den Abbruch der «halles» wiedergibt. Es gibt jedoch auch Bilder, deren wahre Bedeutung sich erst beim sehr genauen Hinschauen enthüllt, wie etwa jene fast ge- (...) durch Stilisierung und Leblosigkeit, einen gewissen Surrealismus, wie er es ausdrückt, zu vermitteln versucht.

Warum gerade Paris? Die Antwort auf diese Frage ist sehr persönlich und wie mit einem Hauch von Wehmut behaftet. Der 1924 geborene Georg Gessler malt 1987 in den Räumen seines Ateliers an der Reuss die heute veränderten Orte einer vitalen-Jugendzeit, «als noch ein jeder fest überzeugt war, auch er werde einst ein Picasso sein» ... — Die Jahre sind vergangen und ein zufälliges Treffen bringt die leidenschaftlich malenden Kollegen der Zeit des Anfangs an einem Tisch zusammen; der eine arbeitet als Zeichenlehrer, der andere als Kellner ...; «man wird älter — und die Städte werden jünger».

Ein älter werdener Mann in Gedanken auf den Spuren seiner reichsten Zeit; die Rückkehr zu sich selbst ... — Das grosse Bild, das mit «Testament» umschrieben wird, fasst diese 'Bewegung zusammen. Im grossen Bild der Mitte des als Tryptichon gestalteten Werkes ist der gedankenverlorene Maler zu erkennen, umgeben von all seinen Musen, «den geküssten und den nicht geküssten». Der rechte Flügel evoziert eine Atelierszene aus der Pariserzeit: Modelle und Maler, wobei bewusste Anspielungen auf bekannte Maler, wie etwa van Gogh, und bekannte Modelle, wie etwa auf eine Frauenfigur Ingres, gemacht werden. Der linke Flügel versetzt die Betrachterin in ein Fest der Pariser Kunstschule zurück: Tanz, Gesang, Fröhlichkeit und wildes Leben. Da sind auch die starken Farben GeGesslers lebendig, während die Städtebilder eher in zurückhaltender Farbigkeit da stehen. «Paris ist keine farbige Stadt» — doch die Erinnerung an das Leben in diesen Kulissen ist erfüllt von vitaler Farbigkeit.

Novembernebel, der nahe Fluss ... die Atelierausstellung GeGesslers fügt sich in die besinnliche Herbstzeit ein. Vielleicht wird die eine oder der andere durch die Bilder oder die Gespräche mit dem Maler — «GeGe ist während der ganzen Ausstellung anwesend und für alle Fragen da, ob Malen, Radieren, Farben oder Lebens-Fragen betreffend» verspricht die Einladungskarte -- zur eigenen Besinnlichkeit angeregt.


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