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Zauber der Farbe

Vernissage zur Gemäldeausstellung Ge Gessler im Ritterhaus Bubikon

Zürichsee-Zeitung am 1989-09-20
AutorIn: Arnold Zehender / Bilder:

Durch eine im Ritterhaus Bubikon, im Amtshaus Rüti und in der Galerie Pavillon Bubikon gleichzeitig durchgeführte Ausstellung von Ölbildern, Aquarellen und grafischen Blättern wird das Gesamtwerk des in Ottenbach lebenden Künstlers Ge Gessler geehrt.

In Verbindung mit dieser grossangelegten Schau finden Gottesdienste in Rüti, Dürnten und im Ritterhaus Bubikon statt, in denen durch Bildbetrachtungen auf die Kunst dieses betont im Glaubensfragen interessierten Malers hingewiesen wird. Die Vernissage im Ritterhaus Bubikon wurde durch die Zürcher Gruppe I Pfifferari eröffnet, welche das Publikum in Renaissancekostümen auf historischen Instrumenten - Pommern, Gemshörner, Krummhörner, Dudelsack - festlich begrüssten.

In seiner Laudatio wies Professor Dr. Hermann Siegenthaler (Zürich) auf unsere bilderüberflutete Zeit hin, die es nicht leicht hat, ein so mit Geheimnissen verschlüsseltes Werk wie das von Ge Gessler zu verstehen. Diese Bilder laden zum Verweilen ein. Sie geben ihren Wahrheitskern erst dem ernsthaft sich um ihren Gehalt Bemühenden preis. Sie beruhen auf dem Glaubensgrund religiöser Erfahrung. Darum weisen sie hinter die vordergründige Welt auf -das ewig Bleibende hin. Sie sind hochaktuell, indem in ihrer Botschaft gerne ein. Gegenwartsproblem wie der Protest gegen die Zerstörung der Schöpfung oder die Überflutung der Natur durch die Lawine des Verkehrs zur Sprache kommt.

Ingrid Vettin (Rüti), die durch ihren Einsatz diese grosszügige Ausstellung auf breiter Basis ermöglicht hat, dankte ihrerseits allen Spendern und Sponsoren, durch deren finanzielle Gaben ihre Arbeit unterstützt worden ist. Es folgte der Rundgang durch die in drei Sälen des Ritterhauses präsentierten Kunstwerke. Im Rittersaal stehen die monumentalen Darstellungen von Ge Gesslers Passion. Sie erinnern an Matthias Grünewald, der mit derselben schonungslosen Härte das Grausige des Leidens Christi dargestellt hat. Nur wirkt die Realistik Gesslers im Stil unserer stahlharten Zeit fast noch erschütternder, auch wenn über allem Dunkel der Hoffnungsschimmer eines helleren Farbtons aufleuchten darf.

Betritt man dagegen den zweiten Ausstellungsraum, in dem Bilder mit andern Themen gezeigt werden, dann staunt man über die Leuchtkraft der Farben und die Buntheit des Lebens, das uns in Bildern wie «Lebensrad», «Cirque 60», «Hommage à Fellini», «Spiel ohne Grenzen» und andern entgegentritt. Gessler ist ein Kolorist von grosser Aussagekraft und seelischer Intensität.

Einzelheiten mögen befremden und anstössig sein, so fesselt doch diese farbliche Glut und die Wohlausgewogenheit, mit der diese flammenden Farben aufeinander abgestimmt sind. Durch seine Ruhe und innere Geschlossenheit wirkt das Bild «Pietà 66», wo Maria in stiller Trauer zu Füssen des Kreuzes sitzt und die Palette sich auf ein Minimum an Farbnuancen beschränkt.

Gewisse Bilder haben etwas aufrüttelnd Prophetisches mit ihrem apokalyptischen Ausblick auf drohendes Unglück. So etwa der Rufer in der Wüste. Im dritten Ausstellungsraum begegnet uns der Maler, der sich mit offenen Augen in der weiten Welt umgesehen hat. Lubéron, Südmarokko, Gärten von Tanger, Pakistan Takhti-iBhei erinnern an Reisen und längere Aufenthalte, durch die Gessler vor allem auch die Welt des Islams liebgewann. Hier sind es meist duftige Aquarelle in vereinfachten Formen und Farbtönen, die durch ihre Schlichtheit eindrücklich sind. Vor allem ist es die Provence mit ihrem Licht, das ihn fesselt und seinem Farbsinn immer wieder neue Impulse gab. Und doch sieht er auch hier hinter der leuchtenden Natur den Menschen mit seiner Alltagsnot wie im Bild «Warten», wo eine Fischersfrau ihre Fische anbietet und wenig Käufer findet, so dass sie kaum zum ausreichenden Taglohn kommt.

Weitere Veranstaltungen: Ritterhaus Bubikon, Freitag, 22. September, 19 Uhr: Führung durch die Ausstellung durch Pfarrer U. Ott (Bubikon). - Freitag, 22. September, 20.15 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Venzin und Pfarrer Ott. - Amtshaus Rüti: Mittwoch, 27. September, 20 Uhr: Dia-Filmabend «Haus des Lebens».
Arnold Zehender


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