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Kunst und Passion in den Bildern von George Gessler

Osterausstellung mit Werken des verstorbenen Ottenbacher Künstlers im Kloster Gnadenthal

Anzeiger Bezirk Affoltern am 2015-04-02
AutorIn: Bernhard Schneider / Bilder: zVg

Der Kunstmaler George Gessler — GeGe — interessierte sich stets für Glaubensfragen. Aber war er religiös? Die Auseinandersetzung mit seinen Bildern gibt interessante Aufschlüsse. Bis zum
12. April sind spirituelle Werke des 2012 verstorbenen Künstlers in der Ausstellung «Kunst und Passion» im Kreuzgang des Klosters Gnadenthal zu sehen.

George Gessler erzählte mit seinen Bildern Geschichten - genau so, wie er auch vor Publikum ein begnadeter Erzähler war. Es ging ihm dabei nicht um die historische Wahrheit, sondern um das Phänomen das er darstellte — das Phänomen der Liebe, des Todes, des Glaubens. Nicht die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft interessierte ihn, sondern die Art des Glaubens. Stilsicher nutzte er Formen und Farben. Licht und Schaffen, um mit einem vielschichtigen Bild eine Geschichte und Emotionen in der Imagination des Betrachters, der Betrachterin entstehen zu lassen. GeGe selbst sagte grundsätzlich über sein Werk "Wichtig ist nicht die Personifizierung, sondern die Geschichte."

Leidenschaft und Kompromisslosigkeit

GeGe suchte seinen Weg mit Leidenschaft und Kompromisslosigkeit. Sein langjähriger Freund Martin Seeger ist überzeugt, dass auf dem "Passionsweg" von George Gessler Religion eine wichtige Rolle gespielt hat: "GeGe hat gespürt, dass Religion etwas ist, um das man nicht herumkommt, ob man will oder nicht. Was er wirklich glaubt ist sein Geheimnis. Darüber spricht er nicht. Vielleicht würde er sagen, dass es eine Kraft gibt, die uns vorzustellen wir nicht in der Lage sind. Er hat sich immer ausserhalb der Glaubensgemeinschaften gesehen, wie er prinzipiell immer ausserhalb gestanden ist."

Zur Eröffnung der Ausstellung "Kunst & Passion" im Kloster Gnadenthal mit Werken von GeGe ging der Kunsthistoriker und Pfarrer Hanspeter Zürcher unter dem Titel "GeGes Spiritualität — eine Spurensuche" dem Schaffen von George Gessler nach. Auf seinen Reisen in den Osten, nach Italien, Spanien, in den Maghreb und — je länger je mehr — nach Südfrankreich suchte GeGe Eindrücke und Motive, die er in Gemälden umsetzen konnte. So schuf er zwischen 1959 und 1961 den zwanzig Bilder umfassenden Zyklus über die Fischer von Antibes. "In Antibes erkannte er für sich die Aufgabe, so verschiedene Formelemente wie Schiffe, Netze, Menschen, Lichtkegel, Meer, Land und Gestirn zu einem expressiven Ganzen zu verschmelzen", führte Zürcher aus, doch "ein biblisch so versierter Maler wie GeGe nimmt ein solches Motiv wie den Fischfang nicht auf, ohne an die Geschichten aus dem Evangelium zu denken. Zwar wird nirgends direkt etwas vom wunderbaren Fischzug aus dem Johannesevangelium eingebaut, auch die Berufung der Jünger zu Menschenfischern ist nicht direkt angesprochen. Aber diese Inhalte schwingen mit.

Land und Wasser, ja Himmel und Erde kommen hier zusammen. Die Lichter schweben auf den Wassern. Die Fischer stehen vor uns in einer Erwartungshaltung. Es geschieht, hat man den Eindruck, etwas Besonderes in dieser Nacht."

Der lange Weg des Suchens

Mehr als 30 Jahre nach den Fischern von Antibes malte GeGe im Jahr 1993 den "Weltenakrobat". Hanspeter Zürcher bilanzierte: "Ich habe den Eindruck, der nun 70-jährige GeGe ist bei jener "Blume" angekommen, die er als junger Mann suchte. Der lange Weg des Suchens, der konzentriertesten Arbeit auf der Leinwand nähert sich dem Ende. Der Weltenakrobat ist gelöst, in sich ausgeglichen, ja ein Herr des Kosmos, eines geistigen Kosmos.

Er kann nun gelassen mit den Möglichkeiten des Daseins spielen. Eine Heiterkeit und innere Freiheit wird sichtbar, wie sie wohl ein Clown verkörpern kann, wie sie aber uns Menschen nur selten, nur in besonderen Augenblicken geschenkt wird."

Spiegelung der überirdischen Kraft

So sehr es GeGe auch als vermessen betrachtete, sich ein Gottesbild zu machen, er war offensichtlich überzeugt von einer überirdischen Kraft, die freilich nicht direkt erkennbar ist. Er brauchte den Rückzug in die Stille ebenso wie seine Reisen, um diese Kraft zu erleben. Die Grossstadt Paris kontrastierte in seiner Imagination mit der Einsamkeit in Andalusien, das Leben im Zirkus mit den Berberinnen in Marrakesch oder der pakistanischen Tänzerin. "Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis", schrieb Goethe am Schluss seines Alterswerks Faust II — ein Buch, das GeGe oft auf sich trug, um immer wieder darin zu lesen. Der Satz passt treffend zum Werk von George Gessler: Das unendliche Entstehen und Vergehen ist erkennbar im einzelnen Moment, der seinerseits die überirdische Kraft spiegelt.
 

Ausstellung Kunst und Passion

Bis am 12. April 2015 findet in der Galerie im Kreuzgang des Klosters Gnadenthal die Ausstellung
"Kunst und Passion" mit Werken des 2012 verstorbenen Künstlers George Gessler aus Ottenbach statt. Das Kloster Gnadenthal befindet sich im Reusspark, Zentrum für Pflege und Betreuung, in Niederwil AG zwischen Bremgarten und Mellingen am linken Reussufer. (bs.)

Anzeiger Bezirk Affoltern, Donnerstag, 2. April 2015, Seite 10 - (Bilder zvg.)


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