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George Gessler
George Gessler - Ihr Besuch im Atelierhaus
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GeGessler: «Erfolg ist für mich Menschlichkeit»

Anzeiger Bezirk Affoltern am 1999-08-27
AutorIn: Marianne Voss / Bilder: -

Wer im alten Dorfkern von Ottenbach in GeGesslers Haus eintritt, taucht in eine andere Welt ein, eine Welt ohne Hektik und Medien, eine Welt der Farben, Wärme und Menschlichkeit. Der 75-jährige Maler blickt auf ein bewegtes Leben zurück und berichtet von verschiedenen glücklichen Zufällen.

Mit Georg Gessler sprach Marianne Voss

Betrachtet man das unscheinbare, alte Flarzhaus im Dorfkern von Ottenbach von aussen, so ist nicht zu ahnen, welche. Welten sich der Besucherin im Innern auftun werden. Doch bereits nach der herzlichen Begrüssung mit dem Maler und seiner Frau ist spürbar, dass hier alles anders ist, nicht so, wie es unsere Zeit und Gesellschaft vorgeben, nicht einzuordnen und wohl auch schwierig, in kurzen Worten zu Papier zubringen. Es sind nicht nur die wunderschönen, alten Räumlichkeiten oder die Einrichtung — welche auch den einfachen Lebensstil des Malers verrät —, es sind auch die Gerüche nach Holz und Farbe, die orientalischen Reiseandenken, die ausdrucksstarken Bilder und natürlich die Begegnung selber, die eine Botschaft ausstrahlen und einen tiefen, bleibenden Eindruck hinterlassen.

Gleich im ersten der dunklen, niedrigen Räume fällt der Blick auf drei grosse Bilder, Zeugen von GeGes Schaffen, in ganz verschiedenen, Lebensphasen. Das älteste Gemälde, eine Hymne an die Jugend, entstand vor 40 Jahren an der Cöte d'Azur und reisst mit seiner Farbigkeit und den bewegten Formen die Betrachterin auch heute mit. Eine ganz andere Stimmung strahlt das Jüngste der drei Bilder aus: Rückzug, Nachdenken, Stille. Für GeGe hat jedes seiner Werke eine Geschichte, einen Bezug. Menschen, einer Kultur oder einemThema, das ihn beschäftigt. Jedes Bild ist Träger einer Aussage. Doch was, wenn die Betrachter in einem Bild etwas ganz anderes sehen? Auf diese Frage erzählt der Maler von verschiedenen solchen Begebenheiten: «Da habe ich einmal ein Bild der dunkelsten Hoffnungslosigkeit gemalt und die Leute sahen Hoffnungzeichen! Das sind schöne Momente für mich. Ich erlebe es als bereichernd, wenn die Leute in meinen Bildern eigene Botschaften entdecken.»

GeGes Laufbahn war immer wieder geprägt von sogenannten Glücksfällen, oder man könnte auch sagen: «Ich traf am richtigen Ort auf die richtigen Menschen.» Er wuchs in einem von Kunst geprägten Elternhaus auf, wo ihm sein Vater Vorbild war, «Ideale zu haben und für diese mit allen Konsequenzen zu leben». Sein Vater war Kunsthistoriker im Landesmuseum, und dort schaute GeGe als Kind beim Restaurieren zu und eignete sich das erste Wissen über Farben an. Während des Krieges erlebte er inspirierende Zeiten in Lausanne und als 24jähriger in Paris, wo er die richtigen Leute traf, die ihn in seiner Entwicklung förderten. Und heute bezeichnet er seine Zusammenarbeit mit dem Teatro Piccolo in Stuttgart wieder als so einen Glücksfall. Eine Ausbildung genoss der junge GeGe als Bühnenbildner, doch bereits mit 30 Jahren begann er, sich ausschliesslich der freischaffenden Malerei zu widmen. Während vieler Jahre lebte er mit seiner Familie im Tessin. Ein schwerer Schicksalsschlag, der Tod des älteren Sohnes, veränderte sein ganzes Leben und prägte auch seine Werke.

Heute blickt er aber bereits auf 20 Jahre Ehe mit seiner zweiten Frau Katharina zurück. Katharina fühlt sich GeGes Schaffen stark verbunden und unterstützt ihn in jeder Hinsicht. GeGe unternahm unzählige Studienreisen, vor allem in die islamische Welt. Ziel aller Reisen war immer die echte, geistige Auseinandersetzung mit der Kultur, den Menschen und ihrer Religion.

Inzwischen sind wir vorbei an verschiedenen Zimmern und Lagerräumen zuoberst im eigentlichen Atelier angelangt, ein Paradies der Farben! Die Wände sind bemalt mit hunderten von Farbmustern, unzählige Töpfchen, Büchsen und Gläser mit Farbpulver stehen auf Regalen. Der Maler mischt seine Farben noch in althergebrachter Weise selber, eine sehr aufwändige Sache. Er rollt seinen Farbmischwagen in die Nähe - ein fahrbares Farbkunstwerk! - und zeigt seine neue Staffelei mit Kurbel. Er spüre sein Alter halt schon, vieles falle ihm schwerer, so auch das Lupfen der grossen Bilder.

GeGe kann nicht auf Befehl Kunst produzieren. Er brauche die richtige Verfassung, um den Weg zur Idee zu finden. «Wenn mich etwas ärgert oder Stress ist, dann kann ich nicht schöpferisch arbeiten. Zur Entspannung oder als Abwechslung betätige ich mich


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